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Untersuchungsergebnisse zum Einsatz neuer Medien Drucken

 

Arbeiten die Lehrer gerne mit dem digitalen Whiteboard?


Aktives Bild Freude an einem Medium zu haben ist ein wichtiger Faktor für seine Akzeptanz. Aber Spaß entsteht nicht durch das Medium selbst, sondern durch Erfolgserlebnisse. Dafür ist eine enge Verknüpfung mit der Kompetenzentwicklung nötig. Der Anteil der Lehrer, die völlig zustimmten, gerne mit dem Whiteboard zu arbeiten, betrug von Anfang etwa ein Drittel – ein Wert, der sich im Verlauf des Projekts kaum veränderte. Viel stärker schwankte die Zahl der Lehrkräfte, die dem digitalen Whiteboard ambivalent gegenüberstehen: Der Anteil, der anfangs überwiegend zustimmte, war mit 56% relativ hoch, er sank im Laufe des ersten Halbjahres aber dramatisch auf 24%, um nach anderthalb Jahren wieder auf 47% zu steigen. Bei der Gruppe, die der gestellten Frage mit teils-teils oder wenig zustimmte, verlief die Entwicklung gegenläufig: Von anfänglichen 12% stieg der Anteil auf 43%, sank aber im dritten Befragungszeitraum auf 16% ab.
 

Ersetzt das digitale Whiteboard andere Medien?


Die Studie zeigt, dass das Whiteboard im Laufe der Untersuchung immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Anfangs setzten es 40% der Lehrer ein, schließlich 69%. Korrespondierend dazu wünschten sich die meisten Lernenden einen häufigen Whiteboard-Einsatz. Zu Beginn waren es etwa 80%, im weiteren Verlauf etwa 75%. Parallel dazu sank die Einsatzhäufigkeil anderer Präsentationsmedien. Der Hellraum-Projektor scheint dabei der Verlierer zu sein. Wurde er zu Beginn noch von 40% häufig eingesetzt, so kommt er anderthalb Jahre später nur noch punktuell zum Einsatz. Auch die klassische Tafel  verliert an Bedeutung: Zuerst wurde sie noch von 40% der Lehrer eingesetzt; dieser Anteil verringerte sich auf ungefähr 10%. Parallel dazu stieg der Anteil der Lehrer, die die klassische Tafel nie benutzen, von anfänglichen 8% auf 32% an. Man kann an dieser Stelle noch nicht von einem völligen Wegfall der Tafel im Unterricht sprechen, auch wenn die Benutzungsintensität abgenommen hat.


Verleitet das digitale Whiteboard zu mehr Frontalunterricht?


Kritikerinnen der digitalen Whiteboards führen häufig das Argument an, dass der Einsatz der Technologie zu mehr Frontalunterricht führe. Die Studie konnte dies nur für die Einführungsphase des Whiteboards bestätigen. So gaben anfangs 72% der Lehrer an. überwiegend frontal zu unterrichten, ein halbes Jahr später stieg dieser Anteil auf 86%. Anderthalb Jahren später gaben nur noch 63% Lehrer an, überwiegend frontal zu unterrichten. Der anfänglich hohe Anteil sowie der folgende Anstieg des Frontalunterrichts können in der Unsicherheit der Lehrerinnen im Umgang mit dem Medium begründet liegen.“


Quelle: Graube, Gabriele und Kannenberg, Susanne in Folio Nr.2/2010: Revolutionieren digitale Whiteboards den Unterricht, S. 36ff

 

 

 

„Wenn es denn um Lesen-Schreiben-Lernen mithilfe moderner Technik geht, da gibt es Untersuchungen, da müssten Sie mal schauen, Dagmar Wilde, die sitzt hier in der Senatsverwaltung in Berlin, ist Oberschulrätin, die hat in ihrer Lehrerzeit schon ganz, ganz früh angefangen ... Lese-Sehreib-Konzepte, also Konzepte eigentlich, am Schüler-PC durchzuführen. Und da gibt es auch Untersuchungsergebnisse, dass die also speziell Kindern mit Migrationshintergrund, die teilweise an das Handschreiben und an das Lesen in Büchern wahnsinnig schwer heranzuführen sind, dass Sie dort mit dem Schüler-PC und der Tastatur eine merklich intensivere Lese-Schreib-Lernleistung sozusagen initialisieren können. Also, dass die Kinder tatsächlich erfolgreicher schreiben und lesen lernen, wenn sie denn mit der Tastatur schreiben können, anstatt mit dem Stift. Von der Frau Wilde gibt es da auch etliche Veröffentlichungen.“

 

Quelle: Sander, Christiane: Einsatz von Smartboards in der Grundschule, München 2009, S. 26

 

 

 

„Wir haben uns von Anfang an dafür entschieden, eine Ausstattung der Kooperationsschule mit digitalen Medien in den Klassenräumen der beteiligten Klassen und nicht in einem separaten Computerraum anzustreben. Dies entspricht der Einschätzung der meisten Experten in der grundschulbezogenen Mediendiskussion wie auch der am meisten verbreiteten Praxis an Grundschulen (im Unterschied zu weiterführenden Schulen, an denen Computerräume dominieren, vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung 2004, 15). Beide Varianten haben Vor- und Nachteile: Der Nachteil von Computern in Klassenräumen besteht darin, dass bei realistischer Betrachtung nicht für jeden Schüler ein Computer zur Verfügung stehen kann (jedenfalls bei der Arbeit mit Desktop-Modellen, bei Laptops würde sich dies möglicherweise anders darstellen, dies haben wir aber nicht untersucht). Der Vorteil dagegen besteht darin, dass die Medien da sind, wo auch die Schüler sind, dass sie ohne Unterbrechung des Unterrichts zwanglos in die alltägliche Arbeit integriert werden können und dass eine weitaus größere Variantenbreite dieser Integration in Lehr-Lern-Situationen möglich ist. Jedenfalls gilt dies unter der Voraussetzung, dass die Lehrkräfte in der Lage sind, differenzierenden Unterricht im oben erwähnten Sinn zu realisieren und so den möglichen Nachteil, dass nicht alle Schüler gleichzeitig einen Computer nutzen können, auszugleichen, wenn nicht sogar in einen pädagogischen Vorteil zu verwandeln. Der Vorteil von eigenen Computerräumen besteht nun gerade in der größeren Zahl von Geräten, unter Umständen auch in der geklärten Verantwortung für die Wartung, die bei einer Konzentration der Geräte im Grundsatz leichter organisierbar ist. Diesen Vorteilen stehen jedoch gravierende Nachteile gegenüber. Hierzu gehört schon die räumliche Trennung von sonstigen Phasen des Unterrichts, die die Nutzung digitaler Medien zu einer Sondersituation macht, die zudem noch durch innerschulische Terminabsprachen immer wieder aufs Neue eigens organisiert werden muss. Computerräume lassen es kaum zu, dass einige Schüler an Computern arbeiten und andere nicht; oder dass nur für kurze Phasen von weniger als einer Unterrichtsstunde an Computern gearbeitet wird; oder dass die Computernutzung als Teilaufgabe eines komplexeren didaktischmethodischen Designs, innerhalb dessen man mit und ohne Computer arbeitet, konzipiert wird. Zudem fördern sehr viele — vermutlich die allermeisten - Computerräume durch ihre frontale Anordnung der Geräte und Arbeitsplätze einen traditionellen lehrerzentrierten Unterricht und behindern potenziell andere Formen des Lehrens und Lernens. Die Abwägung dieser Vor- und Nachteile beider Varianten führte sehr deutlich zur Präferenz der Integration in die Klassenräume.“

 

Quelle: Sander, Wolfgang: Digitale Medien in der Grundschule, Schwalbach/Ts.2007, S. 16f
 

 

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